ChatGPT Images 2.5 verbindet schnellere Bilderzeugung mit gezielter Bearbeitung, während GPT-6 Astra anspruchsvollere Arbeitsaufgaben übernehmen soll. Die neuen Werkzeuge betreffen dich, wenn du Bilder für Präsentationen, Kommunikation oder kreative Projekte erstellst oder ChatGPT als Arbeitsassistenten nutzt. OpenAI hat beide Angebote im September 2026 vorgestellt, doch bei Leistung, Kosten und Verfügbarkeit bleiben einige Punkte offen.
Was die neuen Bildwerkzeuge bieten
ChatGPT Images 2.5 ist OpenAIs neue Generation für das Erzeugen und Bearbeiten von Bildern mit Künstlicher Intelligenz (KI). Laut OpenAI soll sie natürlichere Beleuchtung, feinere Texturen und schärfere Details liefern. Ausserdem soll das System Motive aus Referenzfotos besser bewahren und Bearbeitungsanweisungen über mehrere Gesprächsrunden zuverlässiger umsetzen.
Das ist vor allem bei schrittweiser Bildarbeit relevant. Statt bei jeder Änderung ein neues Bild von Grund auf zu beschreiben, kannst du zunächst eine Szene erzeugen und danach einzelne Elemente anpassen. In einem Beispiel von Simon Willison wurde einer bestehenden Grafik ein Waschbär als Wissenschaftler hinzugefügt, der eine dargestellte Kurve betrachtet. Solche präzisen Ergänzungen sind für Präsentationen, Schulungsunterlagen oder redaktionelle Illustrationen nützlicher als eine Bilderzeugung, die bei jeder Korrektur die ganze Szene verändert.
OpenAI bietet zwei Varianten an. Flare ist laut Anbieter für schnelle, hochwertige Alltagsbilder gedacht. Sunburst benötigt mehr Zeit, soll dafür aber Änderungen genauer kontrollieren und sich besser für anspruchsvolle visuelle Arbeiten eignen. Für normale ChatGPT-Nutzerinnen und -Nutzer ist allerdings noch nicht transparent, wann welches Modell eingesetzt wird; The Decoder weist auf diese offene Verteilung hin.
Nach Angaben von OpenAI werden pro Woche mehr als drei Milliarden Bilder über ChatGPT Images und die GPT-Image-Modelle erzeugt. Diese Zahl stammt vom Anbieter und wurde in den vorliegenden Quellen nicht unabhängig geprüft. Sie zeigt dennoch, weshalb Verbesserungen bei Geschwindigkeit und Bearbeitung für viele Menschen spürbar sein könnten.
Warum Sketch den Einstieg vereinfacht
Mit Sketch kannst du direkt im Eingabefeld eine grobe Zeichnung anlegen und sie als Teil deiner Anweisung verwenden. Du musst eine Bildidee damit nicht vollständig in Worte übersetzen. Linien, Positionen und ungefähre Grössenverhältnisse lassen sich visuell vorgeben, während ein kurzer Text Stil und gewünschtes Ergebnis beschreibt.
In einem Kurztest von The Verge wurde eine mit der Maus gezeichnete Katze in ein realistisches Bild umgewandelt. Anschliessend liessen sich die Augen direkt im Bild markieren und von Blau zu Grün ändern. Das ist ein konkreter Vorteil für Menschen, die räumliche Vorstellungen leichter zeichnen als beschreiben können, auch wenn ihre Skizzen nicht gerade museumsreif sind.
Schritt 1: Skizze öffnen
- Gib @Sketch in das ChatGPT-Eingabefeld ein und öffne das angezeigte Zeichenfenster.
Schritt 2: Idee einzeichnen
- Zeichne die wichtigsten Formen und ergänze als Text, welchen Stil oder welches Motiv ChatGPT daraus entwickeln soll.
Schritt 3: Einzelheiten korrigieren
- Markiere den betreffenden Bildbereich mit einem Kommentar und beschreibe die gewünschte Änderung möglichst konkret.
ChatGPT Images 2.5 und Sketch sind laut OpenAI für ChatGPT, ChatGPT Work und Codex auf dem Desktop, auf Mobilgeräten und im Web verfügbar. Die Quellen machen jedoch keine Angaben zu einer besonderen Verfügbarkeit in der Schweiz. Auch unterstützte Sprachen, die Verarbeitung hochgeladener Referenzbilder und mögliche Unterschiede bei Datenschutzregeln werden darin nicht näher erläutert.
Was GPT-6 Astra für die Arbeit verspricht
GPT-6 Astra ist laut OpenAI das bisher leistungsfähigste Modell des Unternehmens für geschäftliche Aufgaben. Generative Pre-trained Transformer (GPT) bezeichnet dabei die Modellfamilie, die Texte und andere Inhalte verarbeitet und erzeugt. OpenAI hebt fortgeschrittenes Schlussfolgern, die Bedienung von Computern sowie ein besseres Urteilsvermögen beim Schreiben und Gestalten hervor.
Die Ankündigung zu GPT-6 Astra bleibt in der verfügbaren Kurzfassung allerdings allgemein. Sie enthält weder Vergleichswerte noch Preise oder konkrete Angaben dazu, welche ChatGPT-Abonnements das Modell einschliessen. Die behaupteten Verbesserungen sollten deshalb als Anbieterangaben verstanden werden, nicht als unabhängiger Leistungstest.
Ein Praxisversuch zeigt zumindest, wie Bild- und Arbeitsfunktionen zusammenspielen können. Simon Willison liess zunächst mit ChatGPT Images 2.5 ein Foto eines von einer Fernsehserie inspirierten Fabergé-Eis erzeugen. Anschliessend übergab er das Bild an Codex mit GPT-6 Astra und liess daraus eine Blender-Datei erstellen, also ein dreidimensionales Modell für die 3D-Gestaltungssoftware Blender. Der Vorgang dauerte 17 Minuten und 51 Sekunden und erzeugte mehrere Dateien, die er danach mit einem browserbasierten Blender-Betrachter prüfte.
Das ist ein anschauliches Berufsbeispiel für Design, Produktvisualisierung oder frühe Konzeptarbeit: Ein zweidimensionaler Entwurf kann als Ausgangspunkt für ein bearbeitbares 3D-Modell dienen. Es handelt sich aber um einen einzelnen Versuch unter vorbereiteten Bedingungen, nicht um einen Beleg dafür, dass Astra beliebige Bilder zuverlässig in fertige 3D-Modelle verwandelt.
OpenAI ordnet die Entwicklung breiter als wirtschaftliches Werkzeug ein. In einem zweiten Beitrag beschreibt das Unternehmen, wie leistungsfähigere und günstigere KI den Umfang der Arbeit erweitern und Wachstum wirtschaftlicher machen könne. Diese Einordnung zur erreichbaren Arbeit nennt in der verfügbaren Kurzfassung jedoch keine Preise, Fallstudien oder messbaren Produktivitätswerte.
Pro und Kontra der neuen OpenAI-Werkzeuge
Pro:
- Schnellere Bilder – OpenAI gibt für die schnellere Variante eine bis zu 50 Prozent geringere Latenz als bei Images 2.0 an, also eine kürzere Wartezeit bis zum Ergebnis.
- Gezieltere Korrekturen – Referenzmotive, Kommentare auf Bildbereichen und mehrere Bearbeitungsrunden können wiederholte Neuerstellungen vermeiden.
- Niedrige Einstiegshürde – Sketch erlaubt es dir, eine Bildidee mit einer einfachen Zeichnung statt mit einer langen Beschreibung vorzugeben.
- Verknüpfte Arbeitsabläufe – Das Blender-Beispiel deutet an, dass Astra Bildentwürfe in weiterverwendbare Arbeitsdateien überführen kann.
Kontra:
- Herstellerangaben – Zentrale Aussagen zu Qualität, Geschwindigkeit und Arbeitsleistung sind noch nicht unabhängig bestätigt.
- Unklare Modellauswahl – Es ist offen, wie OpenAI ChatGPT-Nutzerinnen und -Nutzer zwischen Flare und Sunburst verteilt.
- Variable Kosten – Gleiche Tokenpreise, also Preise für verarbeitete Dateneinheiten, bedeuten wegen unterschiedlichem Verbrauch nicht denselben Preis pro Bild.
- Offene Datenschutzfragen – Die Quellen erklären nicht, wie Referenzbilder in der Schweiz verarbeitet werden oder welche Bedingungen für geschäftliche Dateien gelten.
Für die Programmierschnittstelle (API), über die andere Programme auf die Modelle zugreifen, nennt OpenAI laut The Decoder acht US-Dollar pro Million Bild-Eingabe-Token und 30 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Ein quadratisches Bild mit 1024 mal 1024 Pixeln kostet demnach in der Qualitätsstufe «low» ungefähr 0,006 US-Dollar, in «high» etwa 0,053 US-Dollar und in der neuen Stufe «max» rund 0,21 US-Dollar. Diese Beträge gelten nicht automatisch als Endkundenpreise in ChatGPT.
Sunburst kann trotz identischer Tokenraten pro Bild teurer sein als Flare, wahrscheinlich weil das Modell länger verarbeitet. Für Images 2.5 fehlt zudem bislang ein günstigerer Batch-Tarif, also ein Preisnachlass für viele gesammelt verarbeitete Aufträge. OpenAI nennt keine durchschnittlichen Kosten pro Bild, weshalb sich ein Budget nur anhand konkreter Nutzung verlässlich abschätzen lässt.
Was das für dich heisst
Wenn du einsteigst, ist Sketch der sinnvollste erste Test. Beginne mit einem einfachen Motiv, ergänze eine klare Stilbeschreibung und ändere danach nur einen markierten Bereich. So erkennst du schnell, ob das Werkzeug deine Vorstellung bewahrt oder bei jeder Bearbeitung unerwünschte Teile verändert.
Für eine berufliche Aufgabe könntest du beispielsweise eine grobe Anordnung für eine Präsentationsgrafik zeichnen und anschliessend Beleuchtung, Texturen oder ein einzelnes Objekt korrigieren. Lade bei Referenzbildern nur Material hoch, das du im verwendeten Dienst verarbeiten darfst. Die gelieferten Quellen enthalten keine ausreichenden Angaben, um die Eignung für vertrauliche Unternehmensdaten oder personenbezogene Fotos in der Schweiz zu beurteilen.
Als fortgeschrittene Nutzerin oder fortgeschrittener Nutzer holst du mehr heraus, wenn du Bildgeneration und nachgelagerte Arbeit trennst. Du kannst zunächst mehrere schnelle Varianten mit Flare erstellen und für präzisere Bearbeitungen Sunburst einsetzen, sofern dir die Modellauswahl zur Verfügung steht. Für 3D- oder Designprojekte zeigt das Blender-Beispiel einen möglichen Ablauf vom Referenzbild zur Arbeitsdatei, verlangt aber weiterhin Kontrolle des Modells, der Materialien und der Kameraposition.
GPT-6 Astra ist besonders interessant, wenn dein Ergebnis nicht nur aus einer Antwort, sondern aus mehreren Arbeitsschritten und Dateien besteht. Mangels unabhängiger Vergleiche lässt sich aus den Quellen aber nicht ableiten, ob Astra solche Aufgaben zuverlässiger oder wirtschaftlicher als andere Modelle erledigt. Auch konkrete Preise und Bedingungen für Schweizer Privatpersonen, Schulen oder Unternehmen fehlen.
ChatGPT Images 2.5 macht visuelle Arbeit greifbarer: Bilder sollen schneller entstehen, Skizzen ersetzen einen Teil der Beschreibung und lokale Kommentare vereinfachen Korrekturen. GPT-6 Astra erweitert diesen Ansatz laut OpenAI in Richtung komplexerer Arbeitsabläufe, doch die öffentlich belegten Beispiele sind noch schmal. Das grösste offene Risiko liegt weniger in einer einzelnen misslungenen Zeichnung als in unklaren Kosten, Datenschutzbedingungen und der Frage, wie zuverlässig die Modelle bei wiederholter professioneller Nutzung bleiben.
Quellen
- Introducing ChatGPT Images 2.5 – Simon Willison’s Weblog, 2026-09-08
- ChatGPT Images 2.5: Schneller, präziser, aber nicht für alle gleich – The Decoder, 2026-09-09
- ChatGPT Sketch turns your bad drawings into detailed AI images – The Verge, 2026-09-08
- .blend URL Viewer – Simon Willison’s Weblog, 2026-09-09
- GPT-6 Astra: The next generation in intelligence for work – OpenAI, 2026-09-09
- The Work Now Within Reach – OpenAI, 2026-09-08


Bild: George Milton via Pexels
