Gemini Omni 1.2 Flash erzeugt längere KI-Videos zu einem niedrigeren Sekundenpreis, während OpenAI seine Bildfunktionen um animierte GIFs und den Export skalierbarer Grafiken erweitert. Die Neuerungen betreffen alle, die kurze Produktclips, Beiträge für soziale Medien, Präsentationsgrafiken oder einfache Animationen erstellen. Interessant sind sie jetzt vor allem deshalb, weil Korrekturen schneller möglich werden und nicht jeder Entwurf in höchster Qualität berechnet werden muss.
Was ist bei der Bild- und Videoerzeugung neu?
Generative Künstliche Intelligenz (KI), also Software, die aus Texten oder Vorlagen neue Inhalte erzeugt, wird bei beiden Angeboten schneller und flexibler. Google führt Gemini Omni 1.2 Flash mit bis zu 15 Sekunden langen Videos ein. Der Vorgänger Omni 1.1 war auf zehn Sekunden begrenzt.
Die Videolänge lässt sich laut Google in Schritten von einer Sekunde zwischen drei und 15 Sekunden festlegen. Hinzu kommt die Bearbeitung im Gespräch: Du kannst beispielsweise verlangen, den Hintergrund, die Beleuchtung oder das Seitenverhältnis eines bestehenden Clips zu ändern, statt das Video vollständig neu zu erzeugen. Google nennt diese Arbeitsweise „Conversational Editing“, also schrittweise Korrekturen durch Folgeanweisungen.
Google verspricht ausserdem eine bessere Referenztreue. Damit ist gemeint, dass Personen, Kleidung, Produktverpackungen oder Markenfarben über mehrere Szenen und Kamerawinkel hinweg ähnlicher bleiben sollen. Als konkretes Beispiel beschreibt das Unternehmen einen virtuellen Anprobeclip: Ein Foto eines Models und Aufnahmen von drei Kleidungsstücken werden zu einer 15-sekündigen Sequenz mit 360-Grad-Drehungen kombiniert.
OpenAI erweitert unterdessen Images 2.6 in ChatGPT, Codex und seiner Programmierschnittstelle, kurz API. Eine API ist ein technischer Zugang, über den andere Anwendungen einen Dienst verwenden können. Laut einer Zusammenfassung der Images-2.6-Neuerungen soll die Bilderzeugung 50 Prozent schneller sein als zuvor; unabhängige Vergleichswerte wurden jedoch nicht veröffentlicht.
In ChatGPT kannst du aus einer Textanweisung oder einem hochgeladenen Foto ein animiertes GIF erzeugen. GIF steht für Graphics Interchange Format und bezeichnet ein verbreitetes Dateiformat für kurze Bildanimationen. Du kannst die Geschwindigkeit anpassen und einzelne Bilder der Animation bearbeiten; als gezeigtes Alltagsbeispiel diente eine tanzende Katze.
Zusätzlich nennt OpenAI den Export als Scalable Vector Graphics (SVG), ein ohne sichtbare Unschärfe skalierbares Grafikformat für Symbole, Diagramme oder Oberflächenelemente. Die vorliegenden Quellen ordnen den SVG-Export allerdings der Image API zu. Sie belegen nicht, dass du SVG-Dateien bereits ebenso direkt in der normalen ChatGPT-Oberfläche erzeugen kannst wie GIFs.
Wie lassen sich Zeit und Kosten senken?
Gemini Omni 1.2 Flash kostet laut Google 0,07 US-Dollar pro Sekunde für ein Video mit 720p-Auflösung und damit 30 Prozent weniger als Omni 1.1. Ein vollständig erzeugter 15-Sekunden-Clip entspricht bei diesem angegebenen Tarif 1,05 US-Dollar. MarkTechPost nennt denselben Sekundenpreis und dieselbe Preissenkung, liefert in der verfügbaren Kurzfassung aber keine unabhängige Prüfung.
Der günstigere Preis ist nur ein Teil des vorgesehenen Arbeitsablaufs. Google empfiehlt, Entwürfe zunächst mit 360p oder 720p zu erstellen, wobei „p“ die vertikale Bildauflösung bezeichnet. Erst eine ausgewählte Endfassung wird auf 1080p oder 4K, also eine deutlich höhere Auflösung, hochskaliert.
Auch die Bearbeitung im Gespräch kann Kosten vermeiden. Wenn nur der Hintergrund oder die Beleuchtung nicht stimmt, sollst du dieses Detail korrigieren können, ohne wieder für eine komplett neue Fassung zu beginnen. Ob solche Änderungen in jedem Fall konsistent funktionieren, ist noch nicht unabhängig geprüft; die Angaben zu weniger Bildsprüngen, besserer Lippensynchronisation und stabileren Figuren stammen von Google.
Bei OpenAI liegt der Zeitgewinn vor allem in schnelleren Entwürfen. Das Modell GPT-Image-2.6 Flare soll bei niedriger Qualität ein Bild in nur sechs Sekunden zurückgeben können, während Sunburst auf detailliertere Kompositionen und konsistentere Bearbeitungen ausgerichtet ist. OpenAI nennt für Images 2.6 in den vorliegenden Quellen jedoch keine vollständige Preistabelle pro Bild, sodass ein direkter Kostenvergleich mit früheren Versionen nicht möglich ist.
Ein neuer Komplexitätsregler bestimmt, wie viel Planung das Modell vor dem Rendern, also vor der endgültigen Bilderzeugung, einsetzt. Eine niedrige Einstellung eignet sich laut OpenAI etwa für einen neuen Hintergrund oder das Ändern eines Schilds. Eine hohe Einstellung soll bei dichtem Text und komplexen Anordnungen helfen, kann aber länger dauern und unerwünschte Änderungen verursachen.
Wie probierst du die Funktionen praktisch aus?
Schritt 1: Wähle das passende Format
Entscheide zuerst, ob du ein einzelnes Bild, eine kurze GIF-Animation oder einen Videoclip benötigst. Für ein bewegtes Reaktionsbild oder eine einfache Produktanimation genügt möglicherweise ein GIF in ChatGPT. Für eine zusammenhängende Szene mit Kamerabewegung, Dialog oder mehreren Outfits ist Gemini Omni 1.2 Flash das passendere der beschriebenen Werkzeuge.
Schritt 2: Beginne mit einem kleinen Entwurf
Lege bei Gemini nur die tatsächlich benötigte Dauer zwischen drei und 15 Sekunden fest und starte mit 360p oder 720p. Bei OpenAI kannst du für einen schnellen, klar umrissenen Bildentwurf eine niedrige Komplexität verwenden. Dichte Beschriftungen oder komplizierte Beziehungen zwischen mehreren Objekten sind eher ein Fall für eine höhere Einstellung.
Schritt 3: Korrigiere gezielt
Beschreibe nicht das gesamte Ergebnis neu, wenn nur ein Detail stört. Du kannst bei Gemini beispielsweise den Austausch des Hintergrunds, eine andere Beleuchtung oder ein neues Seitenverhältnis anfordern. Bei einem GIF lassen sich die Animationsgeschwindigkeit und einzelne Frames, also Einzelbilder der Animation, bearbeiten.
- Formuliere Motiv, gewünschte Bewegung, Dauer und Ausgabeformat möglichst konkret.
- Prüfe bei Videos zuerst die günstige Entwurfsfassung auf Bildsprünge, Figuren und Beschriftungen.
- Ändere einzelne Details mit Folgeanweisungen, statt sofort einen neuen Entwurf zu starten.
- Erhöhe Auflösung oder Komplexität erst für die ausgewählte Endfassung.
Ein praktisches Berufsbeispiel ist der von Google beschriebene virtuelle Anprobeclip aus einem Model-Foto und drei Produktaufnahmen. Ein zweites Beispiel kommt aus den OpenAI-Funktionen: Ein Team für soziale Medien kann aus einem Foto ein GIF erstellen, die Geschwindigkeit anpassen und einzelne Frames korrigieren, ohne die Animation in einem separaten Werkzeug zusammensetzen zu müssen.
Pro und Kontra der neuen Werkzeuge
Pro:
- Längere Clips – Gemini erhöht die native Videolänge von zehn auf bis zu 15 Sekunden.
- Niedrigerer Listenpreis – Der angegebene Preis für 720p-Videos sinkt um 30 Prozent auf 0,07 US-Dollar pro Sekunde.
- Gezielte Korrekturen – Hintergründe, Beleuchtung, Seitenverhältnisse sowie einzelne GIF-Frames lassen sich nachträglich bearbeiten.
- Mehr Ausgabeformate – Animierte GIFs und über die OpenAI-API auch SVG-Dateien reduzieren zusätzliche Arbeitsschritte.
Kontra:
- Anbieterangaben – Aussagen zu Geschwindigkeit, Referenztreue und Konsistenz sind noch nicht unabhängig bestätigt.
- Unvollständige Preise – Für OpenAIs Images 2.6 fehlt in den Quellen eine vollständige Kostenübersicht pro Bild.
- Begrenzte Dauer – 15 Sekunden reichen für kurze Szenen, nicht aber für längere Erklär- oder Schulungsvideos.
- Unklare Oberfläche – Der SVG-Export wird für die API genannt, aber nicht eindeutig für die normale ChatGPT-Nutzung bestätigt.
Die hohe Nutzung zeigt, weshalb Anbieter ihre Bildwerkzeuge beschleunigen: OpenAI spricht von mehr als vier Milliarden erzeugten Bildern pro Woche über ChatGPT und die API, gegenüber mehr als drei Milliarden acht Wochen zuvor. Der Bericht über die GIF-Einführung beschreibt die Funktion als laufenden Ausbau für ChatGPT- und Codex-Nutzende auf Web, Desktop und mobilen Apps. Diese Zahlen stammen ebenfalls von OpenAI und sind nicht als unabhängige Nutzungsmessung ausgewiesen.
Was bedeutet das für deinen Alltag und die Schweiz?
Wenn du einsteigst, ist ein kurzer, klar begrenzter Test der sinnvollste erste Schritt. Erzeuge beispielsweise ein GIF aus einem vorhandenen Foto oder einen drei bis fünf Sekunden langen Videoentwurf in niedriger Auflösung. So erkennst du ohne umfangreiche Produktion, wie gut Bewegungen, Beschriftungen und Personen erhalten bleiben.
Wenn du bereits Erfahrung hast, holst du mehr aus den Werkzeugen heraus, indem du Referenzbilder und Folgeanweisungen systematisch einsetzt. Bei Gemini kannst du Entwurf, Detailkorrektur und Hochskalierung trennen; bei OpenAI kannst du Komplexität und Qualität unabhängig wählen. Gespeicherte Referenzbilder von Personen, Haustieren oder Figuren sollen sich zudem später wiederverwenden lassen, ohne sie erneut hochzuladen.
Google rollt Gemini Omni 1.2 Flash laut dem Bericht zu Verfügbarkeit und Bearbeitung unter anderem über Google AI Studio, Google Cloud, Flow, Google Vids, die Gemini-App für AI-Ultra-Abonnenten und Google Ads aus. Google nennt ausserdem die Gemini API und Gemini für Unternehmen. Alle erzeugten Videos sollen ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen tragen, das ihre Herkunft kennzeichnet.
Für die Schweiz nennen die Quellen weder besondere Preise noch eine gesonderte Verfügbarkeit, unterstützte Sprachen oder konkrete Datenschutzbedingungen. Ob eine Funktion in deinem Schweizer Konto bereits erscheint, hängt deshalb vom jeweiligen Ausbau und vom verwendeten Angebot ab. Für berufliche Inhalte bleibt zudem zu klären, ob hochgeladene Personen- und Produktbilder nach den Regeln deiner Organisation verarbeitet werden dürfen; die Quellen liefern dazu keine Details.
Die Updates machen kurze visuelle Inhalte günstiger, schneller korrigierbar und in ChatGPT leichter animierbar. Gemini bietet den klarer bezifferten Preisvorteil und längere Clips, während OpenAI bei schnellen Bildentwürfen, GIFs und zusätzlichen Ausgabeformaten ansetzt. Offen bleibt, wie zuverlässig die versprochene Konsistenz ausserhalb der Anbieterbeispiele ist und welche Funktionen tatsächlich in allen Konten und Oberflächen verfügbar sind.
Quellen
- Gemini Omni 1.2 Flash: Fast and cost-effective with longer clips – Google, 2026-11-05
- Google Releases Gemini Omni 1.2 Flash: 15-Second AI Video at $0.07 per Second – MarkTechPost, 2026-11-05
- Google veröffentlicht Gemini Omni 1.2 Flash mit längeren Clips und günstigeren Preisen – THE DECODER, 2026-11-05
- OpenAI Launches GPT-Image-2.6 Flare and Sunburst: Adds GIFs, SVG Export and 6-Second API Generation – MarkTechPost, 2026-11-05
- ChatGPT kann jetzt animierte GIFs erstellen – OpenAI rollt neue Bildfunktion aus – THE DECODER, 2026-11-04


Bild: Amar Preciado via Pexels
