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  • Google baut Gemini mit Google Pics, einem neuen Werkzeug für Bilder, sowie leistungsfähigeren Modellen und einer gezielteren Videoanalyse aus. Betroffen sind vor allem Nutzerinnen und Nutzer von Google Workspace, die Präsentationen, Dokumente, Marketingmaterial oder umfangreiches Videomaterial bearbeiten. Die Neuerungen sollen Arbeitsschritte verkürzen, können bei komplexen Aufgaben aber mehr Rechenaufwand und damit höhere Tokenkosten verursachen.

    Was Google Pics für Workspace bringt

    Google Pics ist ein Werkzeug auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI), mit dem du Bilder erzeugen und bearbeiten kannst. Statt eine Grafik vollständig von Hand aufzubauen, beschreibst du sie mit einem Prompt, also einer Texteingabe mit deinen Vorgaben. Anschliessend kannst du einzelne Objekte, Schriften oder Bildbereiche auswählen und ebenfalls per Text verändern.

    Nach der Ankündigung von Google Workspace ist Pics als eigenständige Anwendung vorgesehen und soll direkt mit Docs, Slides und später Drive zusammenspielen. Ein Bild in einem Dokument oder einer Präsentation lässt sich dadurch bearbeiten, ohne zuerst Dateien in ein separates Gestaltungsprogramm zu übertragen. Gemeinsames Bearbeiten gehört ebenfalls zum Konzept.

    Für den Alltag sind die Beispiele recht konkret: Du kannst ein Plakat für eine Veranstaltung erstellen, unterschiedliche Fassungen eines Beitrags für soziale Medien erzeugen oder eine Illustration für eine Kundenpräsentation anpassen. Google nennt zudem Marketingkampagnen und die visuelle Darstellung von Produkten als Einsatzfelder. Dabei lassen sich mehrere Varianten generieren, aus denen du die passendste auswählst.

    Zu den Bearbeitungsfunktionen gehören das Freistellen und Umformen einzelner Objekte sowie das Ändern oder Übersetzen von Text, der bereits im Bild steht. Laut der Beschreibung von The Verge kann Pics Bilder ausserdem auf 2K- oder 4K-Auflösung hochskalieren und für Web, soziale Medien, Druck oder digitale Formate zuschneiden. Ob die Ergebnisse tatsächlich durchgehend das von Google beanspruchte professionelle Niveau erreichen, ist noch nicht unabhängig geprüft.

    Bei der Verfügbarkeit sind die Meldungen nicht ganz deckungsgleich. Google schreibt, Pics lasse sich über pics.new sowie in Docs und Slides nutzen. TechCrunch berichtet dagegen von einer Einführung über mehrere Wochen für die meisten Workspace-Kundinnen und -Kunden sowie Abonnements von Google AI Pro oder Ultra. Ob du bereits Zugriff hast, kann deshalb vom Konto und vom Stand der gestaffelten Einführung abhängen; ein eigener Preis für Pics wird in den Quellen nicht genannt.

    Was Gemini bei anspruchsvollen Aufgaben verändert

    Parallel zu Pics hat Google Gemini 3.8 Flash vorgestellt. Flash bezeichnet die auf Geschwindigkeit und ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis ausgerichtete Modellreihe. Das neue Modell soll bei komplexen Aufgaben mehr Denkschritte ausführen und Werkzeuge wiederholt aufrufen, statt nach einem einzigen Durchgang eine Antwort abzugeben.

    Das kann bei anspruchsvollen Analysen oder mehrstufigen Arbeitsaufträgen hilfreich sein. Ein Modell könnte beispielsweise Informationen prüfen, ein Zwischenergebnis überarbeiten und danach eine endgültige Auswertung formulieren. Für gewöhnliche kurze Texte oder einfache Zusammenfassungen ist dieser zusätzliche Aufwand dagegen nicht automatisch nötig.

    Google veröffentlichte 3.8 Flash nur wenige Wochen nach 3.7 Flash. The Decoder ordnet es als dritte Flash-Veröffentlichung innerhalb von sechs Wochen ein. Bei Googles DeepSWE-v1.1-Benchmark, einer standardisierten Testsammlung für langfristige Softwareaufgaben, erreicht das Modell laut Anbieter 73,7 Prozent gegenüber 65,3 Prozent beim Vorgänger. Solche Messwerte zeigen eine Tendenz, bilden den Nutzen für Präsentationen, Recherche oder Büroarbeit aber nur eingeschränkt ab.

    Der Einführungspreis beträgt laut den Berichten 0,75 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 3,75 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Token sind kleine Texteinheiten, nach denen die Nutzung von KI-Modellen abgerechnet werden kann. Ab Januar 2027 sollen die regulären Preise nach Angaben von The Decoder auf 1,50 beziehungsweise 7,50 US-Dollar steigen.

    Der gleiche Preis pro Token bedeutet jedoch nicht den gleichen Preis pro Aufgabe. The Verge verweist auf Googles Warnung, dass 3.8 Flash besonders bei hoher Arbeitsintensität mehr Token verwenden kann. Eine frühe Messung von Artificial Analysis bezifferte die Kostensteigerung pro Aufgabe gegenüber 3.7 Flash trotz unveränderter Einführungstarife auf rund 40 Prozent, unter anderem wegen 30 Prozent mehr Ausgabe-Token und zusätzlicher Arbeitsschritte. Diese frühe Einschätzung ist keine Garantie für deine eigenen Aufgaben.

    Was die Videoanalyse effizienter macht

    Bei Videos verfolgt Google zugleich die umgekehrte Richtung: weniger Material pauschal verarbeiten, dafür gezielter suchen. Die neue agentische Videoanalyse, bei der das Modell eigenständig passende Analysewerkzeuge und Videoabschnitte auswählt, steht für Gemini 3.7 Flash, 3.6 Flash und 3.5 Flash-Lite bereit. Das System entscheidet, ob es für eine Aufgabe einzelne Bilder, den Ton oder das Transkript benötigt.

    Bisher tastete Gemini Videos standardmässig mit einem Bild pro Sekunde ab und wertete zusätzlich den Audiotrack aus. Das kann sehr kurze Ereignisse übersehen und bei langen Aufnahmen viele Token verbrauchen. Die neue Methode kann verdächtige oder relevante Zeitfenster erneut und mit höherer Bildrate untersuchen.

    Ein praktisches Beispiel ist die Suche nach einer Szene von weniger als einer Sekunde in stundenlangem Material. Ebenso kann das System laut Google wiederholte Bewegungen zählen oder ungewöhnliche Vorgänge erkennen, indem es auffällige Abschnitte genauer prüft. Für Medienarchive, Qualitätskontrollen oder die Sichtung langer Aufzeichnungen ist das nützlicher, als jedes Einzelbild gleich gründlich zu behandeln.

    Google DeepMind nennt Einsparungen von bis zu 88 Prozent bei Token, bis zu 66 Prozent niedrigere Kosten und eine Qualitätssteigerung von bis zu 7 Prozent. Das sind Anbieterangaben und Maximalwerte, die nicht unabhängig geprüft sind. The Decoder berichtet, dass die Funktion zunächst über die Gemini-Programmierschnittstelle, also den technischen Zugang für andere Anwendungen, verfügbar ist; eine spätere Integration in die Gemini-App und YouTube ist angekündigt.

    Pro und Kontra von Googles Ausbau

    Pro:

    • Weniger Programmwechsel – Bilder lassen sich direkt im Umfeld von Docs und Slides erzeugen, bearbeiten und gemeinsam abstimmen.
    • Gezieltere Bildkorrekturen – Einzelne Objekte und Texte können ausgewählt werden, statt das gesamte Motiv mit jedem Prompt neu zu erzeugen.
    • Mehr Leistung bei komplexen Aufgaben – Gemini 3.8 Flash soll mehrstufige Aufträge gründlicher bearbeiten als sein Vorgänger.
    • Effizientere Videosichtung – Die agentische Analyse konzentriert den Aufwand auf relevante Szenen und kann dadurch Token und Kosten reduzieren.

    Kontra:

    • Schwankende Aufgabenkosten – Mehr Denkschritte und längere Ausgaben können eine Aufgabe verteuern, obwohl der Preis pro Token gleich bleibt.
    • Begrenzte Vergleichbarkeit – Benchmarks und Anbieterangaben sagen wenig darüber aus, wie zuverlässig dein konkretes Dokument, Bild oder Video verarbeitet wird.
    • Unklare kreative Herkunft – TechCrunch weist darauf hin, dass Pics auf einem mit Werken von Kunstschaffenden trainierten Bildmodell beruht, ohne einen Marktplatz mit Vergütung wie bei klassischen Kreativplattformen anzubieten.
    • Gestaffelter Zugang – Nicht alle Funktionen sind sofort für jedes Workspace-Konto verfügbar, und die Videoanalyse ist zunächst nicht als gewöhnliches Workspace-Werkzeug beschrieben.

    Was das für dich heisst

    Wenn du einsteigst, ist ein überschaubares Bildprojekt der sinnvollste erste Schritt. Du kannst etwa eine bestehende Illustration in Slides auswählen, einen störenden Gegenstand entfernen und den enthaltenen Text für eine zweite Sprachfassung übersetzen. Vergleiche mehrere Varianten und prüfe Schriften, Details und Bildaussage, bevor du das Resultat extern verwendest.

    Wenn du bereits Erfahrung mit KI-Werkzeugen hast, lohnt sich eine klare Trennung nach Aufwand. Einfache Entwürfe und kurze Zusammenfassungen brauchen nicht automatisch das Modell mit den meisten Denkschritten. Für eine umfangreiche Auswertung kannst du dagegen testen, ob 3.8 Flash durch Zwischenschritte ein besseres Ergebnis liefert, und dabei Tokenverbrauch sowie Ausgabelänge mit einer einfacheren Variante vergleichen.

    Für die Schweiz ist vor allem die Übersetzung von Text direkt in Bildern interessant, etwa für deutsch-, französisch- oder italienischsprachige Präsentationen. Die Quellen nennen jedoch weder eine besondere Schweizer Verfügbarkeit noch Angaben zur Qualität einzelner Landessprachen. Auch zu Datenschutz, Speicherort und administrativen Kontrollen von Pics liefern die vorliegenden Meldungen keine ausreichenden Details; Organisationen müssen sich daher an den für ihr Workspace-Konto verfügbaren Informationen orientieren.

    Google verbindet mit dem Ausbau zwei unterschiedliche Ziele: Kreativarbeit soll näher an alltägliche Büroanwendungen rücken, während anspruchsvolle Modelle und Videoanalyse ihren Rechenaufwand gezielter einsetzen sollen. Pics wirkt besonders praktisch für schnelle Arbeitsgrafiken, ersetzt aber nicht automatisch gestalterisches Urteil oder eine sorgfältige Endkontrolle. Offen bleibt, wie zuverlässig die neuen Funktionen ausserhalb von Vorführungen arbeiten und wie stark sich zusätzlicher Tokenverbrauch in realen Nutzungskosten niederschlägt.

    Quellen

    AI-FunghiAI-Funghi

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